Walldorf Resilient: Damit unsere Versorgung sicher bleibt
Strom, Wasser und Kommunikation sind für unseren Alltag unverzichtbar. Wie kritische Infrastrukturen geschützt werden und was Betreiber für den Krisenfall vorbereiten müssen.
Ob wir morgens das Licht einschalten, Wasser aus dem Hahn trinken oder mit dem Smartphone kommunizieren: Unser Alltag hängt von einer zuverlässigen Versorgung ab. Dahinter stehen komplexe technische Systeme und Netze, die für uns meist selbstverständlich sind. Einrichtungen und Dienstleistungen, deren Ausfall erhebliche Folgen für die Bevölkerung und das öffentliche Leben hätten, werden als kritische Infrastrukturen – kurz KRITIS – bezeichnet.
Was macht Infrastruktur kritisch?
Zu den kritischen Bereichen zählen unter anderem Energie, Trinkwasser, Informationstechnik und Telekommunikation, Gesundheit, Ernährung und Verkehr. Sie sind eng miteinander verbunden: Fällt die Stromversorgung aus, kann das beispielsweise auch Auswirkungen auf Wasserwerke, Kommunikationsnetze und andere wichtige Einrichtungen haben. Umso wichtiger ist es, diese Abhängigkeiten bei der Vorsorge zu berücksichtigen.
Die Anforderungen an den Schutz wachsen. Neben Extremwetterereignissen und technischen Störungen stellen auch Cyberangriffe und hybride Bedrohungen neue Herausforderungen dar. Kritische Anlagen müssen deshalb nicht nur technisch zuverlässig funktionieren, sondern auch gegen äußere Einwirkungen und digitale Angriffe geschützt werden.
Das KRITIS-Dachgesetz schafft verbindliche Rahmenbedingungen
Mit dem im März 2026 in Kraft getretenen KRITIS-Dachgesetz hat der Bund einheitliche Anforderungen an den physischen Schutz und die Widerstandsfähigkeit kritischer Anlagen geschaffen. Betreiber müssen Risiken systematisch bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen treffen. Dazu gehören Notfall- und Krisenmanagement, klare Abläufe bei Störungen, Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs und Pläne für die schnelle Wiederherstellung wichtiger Dienstleistungen. Auch Schulungen und regelmäßige Übungen sind vorgesehen.
Dabei geht es nicht allein darum, Ausfälle zu verhindern. Entscheidend ist ebenso, ihre Auswirkungen zu begrenzen und die Versorgung möglichst schnell wiederherzustellen. Die konkreten Regelungen zur Bestimmung der betroffenen Anlagen und zur Umsetzung der Pflichten werden weiter ausgearbeitet.
Kritische Infrastruktur hat viele Gesichter – auch in Walldorf
Auch vor Ort kommt es auf zuverlässige Versorgungsstrukturen an. Die Stadtwerke Walldorf betreiben wichtige Einrichtungen in den Bereichen Strom, Gas und Wasser. Mit ihrem Technischen Sicherheitsmanagement (TSM) haben sie für diese Sparten technische und organisatorische Standards überprüfen und zertifizieren lassen. Das unterstützt einen sicheren Betrieb und strukturierte Abläufe im Umgang mit Störungen. Und mit SAP hat Walldorf einen weltweit tätigen Softwarekonzern vor Ort, der eine wichtige Rolle in der digitalen Infrastruktur spielt. SAP ist deshalb ein in Deutschland registrierter Anbieter kritischer Infrastruktur.
Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Landkreis und Versorgungsunternehmen wichtig. Denn Strom-, Wasser- und Kommunikationsnetze enden nicht an den Stadtgrenzen. Bei größeren Schadenslagen müssen Informationen ausgetauscht, Abhängigkeiten berücksichtigt und Maßnahmen abgestimmt werden.
Resilienz ist eine Daueraufgabe
Kritische Infrastrukturen zu schützen, ist eine gemeinsame Aufgabe von Betreibern, Kommunen, Behörden und Einsatzorganisationen. Technische Sicherheitsmaßnahmen, regelmäßige Überprüfungen und eine gute Vorbereitung auf den Ernstfall schaffen wichtige Voraussetzungen.
Resilienz bedeutet nicht, dass nichts passiert. Resilienz bedeutet, Störungen standzuhalten, handlungsfähig zu bleiben und wichtige Systeme möglichst schnell wieder zum Funktionieren zu bringen. Genau daran müssen wir gemeinsam arbeiten – in Walldorf und darüber hinaus.