CDU Stadtverband Walldorf

Kindergartenbedarfsplanung

Stellungnahme der CDU Fraktion

Bei der Kinderbetreuung können wir zunächst feststellen, dass die derzeitige Situation trotz verschiedener Herausforderungen „grundsätzlich“ bewältigt werden kann.
Was bedeutet grundsätzlich?

Eingang des Kindergartens St. Marien | Foto: KrieselEingang des Kindergartens St. Marien | Foto: Kriesel

In der kommunalen Krippe im Kindergarten läuft aufgrund der nachlassenden  Nachfrage die entsprechende Gruppe schrittweise aus. Dies geschieht, bis jedes  Kind in den Kindergarten wechseln konnte. Damit wird flexibel auf die veränderte  Nachfrage reagiert, ohne vorschnell dauerhafte Strukturen vorzuhalten, die künftig  möglicherweise nicht mehr benötigt werden.

Gleichzeitig bleibt die Situation bei den Kindergartenplätzen angespannt. Im  Kindergarten St. Marien können z.B. zum neuen Kindergartenjahr lediglich 22 Plätze  angeboten werden. Die zusätzlich benötigten Plätze können derzeit durch das  Kinderhaus Schulstraße und die Zipfelmützen aufgefangen werden. Das ist im  Moment eine gute und notwendige Lösung, allerdings muss klar gesagt werden: Eine dauerhafte Lösung kann dies nicht sein. Wir müssen die  Entwicklung deshalb weiter genau beobachten und rechtzeitig nach nachhaltigen  Lösungen suchen.

Nach den Meldedaten haben im Jahr 2026 insgesamt 629 Kinder einen  Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Aktuell stehen jedoch nur 626 Plätze  zur Verfügung. Also ein Delta von -3 Plätzen. Die Verwaltung geht dennoch davon  aus, dass alle derzeit bekannten Anfragen mit einem Platz versorgt werden können,  da nicht immer alle Kindergartenplätze wirklich angefragt werden.

Diese Zahlen zeigen aber auch, wie knapp die Kapazitäten bemessen sind.  Insbesondere Zuzüge während des laufenden Jahres lassen sich nicht planen. Hier  muss weiterhin im Einzelfall geprüft werden, welche Kapazitäten zum jeweiligen  Zeitpunkt zur Verfügung stehen und welche Lösung für das betreffende Kind  gefunden werden kann.

Eine weitere große Herausforderung bleibt die Personalsituation. Sie ist in praktisch  allen Einrichtungen angespannt. Deshalb ist es wichtig, neben den räumlichen  Kapazitäten auch die personellen Ressourcen im Blick zu behalten. Neue Plätze sind  nur dann tatsächlich nutzbar, wenn auch ausreichend qualifiziertes Personal  vorhanden ist. Uns ist bewusst- neue Erzieherinnen und Erzieher können nicht  gebacken werden. Wir freuen uns also somit weiterhin über Jede und Jeden der sich  in Walldorf in unseren Einrichtungen bewirbt und einbringt und bedanken uns an  dieser Stelle bei Allen die sich jetzt schon in unseren Einrichtungen oder als  Tagesmütter mit Herzblut und Engagement für unsere Kinder einsetzen.

Auch bei der Fachberatung gibt es derzeit eine besondere Situation. Die  Fachberatungsstelle für die kommunalen Einrichtungen konnte leider nur kurz  besetzt werden. Der bestehende Bedarf wird deshalb momentan durch eine externe  Fachberatung abgedeckt. Hier sollte es unser Ziel sein, möglichst bald eine  verlässliche und vor allem dauerhafte Struktur aufzubauen. Diese Stelle ist kein „nice  to have“ sondern notwendig für welche Lösung wir uns auf Dauer auch entscheiden  mögen.

Besonders wichtig wird in den kommenden Jahren auch das neue Programm „SprachFit“ des Kultusministeriums sein. Das Programm basiert auf  fünf Säulen, wobei insbesondere die dritte Säule die Kindertageseinrichtungen  derzeit beschäftigt. Sprachförderung ist eine zentrale Voraussetzung für einen  erfolgreichen Bildungsweg und muss deshalb frühzeitig und möglichst gut  abgestimmt erfolgen.

In diesem Zusammenhang ist es interessant und sinnvoll, dass die Verwaltung  gemeinsam mit anderen Trägern prüft, ob ein trägerübergreifender „Fachdienst  Sprache“ eingerichtet werden könnte. Dieser müsste nicht zwingend in der  Trägerschaft der Stadt liegen, könnte aber die verschiedenen Einrichtungen  trägerübergreifend unterstützen, koordinieren und entsprechende Aufgaben bündeln.  Ein solcher Ansatz könnte gerade angesichts der angespannten Personalsituation  eine gute Möglichkeit sein, vorhandene Fachkompetenz effizienter einzusetzen.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Kindergartenbeiträge bleiben stabil. Gerade für  Familien ist eine verlässliche und planbare Kostenstruktur wichtig. Wir wollen  weiterhin eine „kinderfreundliche Kommune“ sein. Da stehen uns stabile Beiträge gut  zu Gesicht. Die Anpassungen bei den Essensbeiträgen wurden und werden moderat  vorgenommen und sind von den allgemeinen Betreuungsbeiträgen zu unterscheiden.