CDU Stadtverband Walldorf

Umbau Bahnhofstraße 18

Stellungnahme der CDU Fraktion

Um es vorweg zu erwähnen: Unsere Fraktion war nicht für den Erwerb dieses Objektes durch die Stadt Walldorf. Bei einem in den letzten Jahren stark vergrößerten Wohnungsbestand sehen wir den Zukauf von Immobilien aus privater Hand kritisch, einerseits wegen der zu erwartenden Sanierungskosten zur Erstellung des gewünschten Standards, der teilweisen Verknappung des Angebotes im privaten Immobiliensektor, der Beteiligung der Stadt an einer Eigentümergemeinschaft oder abweichender Prognosen hinsichtlich einer künftigen Nutzung.

Stellungnahme von Mathias Pütz zum Umbau der Bahnhofstraße 18 | Portrait von Matthias Pütz: Busse; Foto vom Gebäude: KrieselStellungnahme von Mathias Pütz zum Umbau der Bahnhofstraße 18 | Portrait von Matthias Pütz: Busse; Foto vom Gebäude: Kriesel

In diesem Fall standen wir auch dem Ziel einer perspektivischen Belegung mit Pflegekräften skeptisch gegenüber. Nach dem dennoch vollzogenen Eigentumswechsel bewerten wir die heutige Vorlage indes konstruktiv-kritisch als potentiell geeignet, in Zukunft die gewünschte und an den Pflegebedarf in unserer Stadt gekoppelte Belegung zu erreichen. Positiv bewerten wir dabei das Verhältnis zwischen den geplanten Mieteinnahmen und den prognostizierten Sanierungs- bzw. Umbaukosten. Anders als hier im Rund teilweise geäußert sind wir durchaus der Auffassung, dass für den relativ aufgewerteten Wohnraum ebendiese, nach Marktverhältnissen völlig angemessene und keinesfalls übertriebene Miete aufgerufen werden kann.

Ebenso befürworten wir Anpassungen in den Zuschnitten der Einheiten und die Steigerung der Funktionalität, die Vorlage spricht korrekterweise von der Ermöglichung „familiärer Entwicklung“. In zeitgemäßer Art und Weise gilt es, einen „Wohnheimcharakter“ zu vermeiden, andererseits beispielsweise aber auch Wohngemeinschaften zu ermöglichen.

Bedenkt man die Option der mindestens mittelfristigen Vermietung, so ist die Errichtung von Balkonen folgerichtig, wertsteigernd und nachhaltig. Gleichfalls befürworten wir den Weiterbetrieb der Luft-Luft-Wärmepumpe sowie die Betreuung durch die erfahrene und mit dem Objekt vertraute Hausverwaltung Venghaus, auch im Hinblick auf die genannte brandschutzrelevante Sanierung.

Alles in allem begegnet die zu beschließende Konzeption unseren Bedenken für die geplante richtige Nutzung. Als wesentlich erachten wir hierbei die zeitliche Analogie zur Inbetriebnahme des neuen Pflegeheimes. Diesbezüglich muss eine anderweitige, konkurrierende Belegung des Objektes Bahnhofstraße 18 unbedingt vermieden werden. Zwischenzeitliche Belegungen müssen dementsprechend ohne größere Hürden zu lösen sein. Auch wenn natürlich weder Gewissheit noch Garantie zur erfolgreichen und somit unterstützten Anwerbung entsprechenden Personals besteht, kann dieses Wohnungsangebot auf einem nach wie vor extrem knappen Markt ein wesentlicher Baustein für eine zukünftig auskömmliche Versorgung mit Pflegekräften sein. Die Konkurrenz in diesem Segment anerkennend, bitten wir zudem eindringlich um die Ausschöpfung bewährter, teils kreativer Mittel und Wege zu Personalgewinnung im In-und Ausland.

Die vorübergehende Büronutzung im Erdgeschoss hat ebenfalls unseren Segen, sofern dies nicht zur Dauereinrichtung wird. Provisorien und Interimslösungen neigen aber gerade hierzu und das nicht nur bei uns. Unabhängig von der konkreten Nutzung gilt es, diese Verwaltungsdependance so zur konzipieren, dass die Auslagerung aus dem Rathaus mehr Vor- als Nachteile schafft. Nach der intensiven Vorberatung und in Anbetracht der dankenswert durchdachten und vernünftigen Vorlage stimmen wir allen drei Beschlussvorschlägen, somit gerne auch der Vergabe an das Büro Bechthold, geschlossen zu.
 


 

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