CDU Stadtverband Walldorf

Ergebnis Machbarkeitsstudie Straßenbahnverlängerung

Stellungnahme der CDU Fraktion

in Anbetracht des hohen Verkehrsaufkommens in und um Walldorf, aber auch in der gesamten Region des südlichen Rhein-Neckar-Kreises spielen schienengebundene Verkehrsmittel eine große Rolle. Eine effiziente Anbindung an die benachbarten Großstädte wäre ohne die S-Bahn beispielsweise deutlich erschwert. Sofern wir über die Weiterentwicklung und Optimierung unseres Verkehrsnetzes beraten, sind auch Überlegungen zum Ausbau der Straßenbahnverbindungen relevant. 

Bild eines kleines Modell der historischen Walldorfer Pferdestraßenbahn (H0) aus dem Inventar des Heimatmuseums | Foto: Heimatverein Walldorf / Andy HerrmannBild eines kleines Modell der historischen Walldorfer Pferdestraßenbahn (H0) aus dem Inventar des Heimatmuseums | Foto: Heimatverein Walldorf / Andy Herrmann

Nach immerhin acht Jahren seit dem erneuten Aufleben der Thematik freuen wir uns heute über die Informationen zu den Planfällen der beauftragten und geförderten Machbarkeitsstudie. Danke auch an die Vertreterin des Landratsamtes und den Vertreter der RNV für die entsprechende Präsentation.

Bei aller Skepsis zur Komplexität größerer Infrastrukturmaßnahmen und der geringen Wahrscheinlichkeit Ihrer Umsetzung befürworten wir in der Fraktion mehrheitlich nicht nur das Verkehrsmittel Straßenbahn im Allgemeinen, sondern auch die Untersuchung im Hinblick auf ihre potentielle Bedeutung auf unserer Gemarkung. Wer bereits etwas älter ist, wird sich noch lebhaft an die zentrale Rolle der zunächst Vierbeiner-basierten und zuletzt elektrifizierten Straßenbahn von unserer Stadtmitte zum Bahnhof erinnern. Gewissermaßen waren wir damals verkehrstechnisch bereits weiter, haben Anschlussinvestitionen jedoch verpasst und dem Zeitgeist entsprechend voll auf das Automobil gesetzt. Auch abgesehen von bloßer Nostalgie sind aus heutiger Sicht zwar die Stilllegung einstiger Straßenbahnstrecken kritisch zu sehen, jedoch entbindet uns das nach Jahrzehnten und im Zusammenhang mit einer wichtigen ökologischen Komponente nicht von der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einer solchen Maßnahme; insbesondere da die Interessen gleich mehrerer Kommunen berührt sind. Ebenso ist zu konstatieren, dass der so genannte Ringschluss durch die beteiligten Ortschaften an den Hauptverkehrsachsen grundsätzlich an den vorhandenen Engstellen zum Scheitern verurteilt wäre, gerade auch unter Beachtung gegenwärtiger und zukünftiger Straßenbahnen.

Auch wenn das Zustandekommen der Kosten-Nutzen-Verhältnisse in den für Walldorf relevanten Szenarien durchaus interessant ist, erkennen wir deutlich die fehlenden Potentiale für ein solches verkehrspolitisches und -technisches Unterfangen. Auch die eventuell denkbare Variante mit Anbindung unseres Bahnhofes steht unseres Erachtens vor hohen Hürden. Man bedenke dabei nur alle kritischen Punkte entlang der benötigten verlängerten Streckenführung ab Leimen. Sollte sie dennoch realisiert werden, so gälte es, die erforderlichen positiven wie negativen Konsequenzen für Walldorf zu bedenken. Kurzfristig wäre die pferdegestützte Anbindung an unsere Stadtmitte wohl theoretisch möglich, alles andere bedürfte einer erneuten intensiven und überaus kritischen Betrachtung und Beratung. Die Ergebnisse nehmen wir in Gänze zur Kenntnis.
 


 

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