CDU Stadtverband Walldorf

Das Kreisforstamt informiert | Allgemeinverfügung Grillstellensperrung

Feuer- und Grillstellen in der Rheinebene wegen hoher Waldbrandgefahr bis auf Weiteres gesperrt

Artikel  in der Walldorfer Rundschau 2022 Nr. 25 Seite 8 und Allgemeinverfügung auf Seite 9.

Die Walldorfer Rundschau 2022 Nr. 25 druckfrisch aus dem Briefkasten | Foto: Dr. Clemens KrieselDie Walldorfer Rundschau 2022 Nr. 25 druckfrisch aus dem Briefkasten | Foto: Dr. Clemens Kriesel

In den nĂ€chsten Tagen rollt eine Hitze- welle ĂŒber Baden-WĂŒrttemberg. Auch  im Rhein-Neckar-Kreis herrschen seit  Tagen hochsommerliche Temperatu- ren, am Samstag sollen in der Rheine- bene bis zu 38° Celsius erreicht werden.  Die einhergehende WĂ€rmebelastung  kann nicht nur fĂŒr den Menschen, son- dern auch fĂŒr die Waldökosysteme ge- fĂ€hrlich werden. Ähnlich dem Tropfen,  der das Glas zum Überlaufen bringt,  reicht ein einzelner Funke aus, damit  es im Wald anfĂ€ngt zu brennen. Da- mit es soweit nicht kommt, sperrt das  Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises  die Feuerstellen und GrillplĂ€tze in der  Rheinebene bis auf Weiteres. Betrof- fen sind die WĂ€lder auf Gemarkung der  Kommunen Altlußheim, BrĂŒhl, Hocken- heim, Ketsch, Neulußheim, Oftersheim,  Plankstadt, Reilingen, Sandhausen, Sankt   Leon-Rot, Schwetzingen, Walldorf und  Wiesloch. „Wir beobachten die Lage im Wald seit  Tagen. Leider ist insbesondere in der  Rheinebene keine Verbesserung in Sicht“,  so Forstamtsleiter Manfred Robens. Das  Kreisforstamt des Rhein-Neckar-Kreises  bittet daher um VerstĂ€ndnis fĂŒr die Ent- scheidung. Die Gefahren und Auswir- kungen eines unkontrollierten Feuers im  Wald wĂ€ren zu fatal, denn Feuer bedroht  nicht nur den Lebensraum von Tieren  und Pflanzen, sondern kann auch auf  waldnahe Wohn- oder GewerbegebĂ€ude  ĂŒbergreifen und die Bevölkerung gefĂ€hr- den. Gleichzeitig vernichtet es Rohstoffe,  gespeicherte Energie und setzt dabei in  BĂ€umen gebundenes CO2 frei. Vorsorglich weist das Kreisforstamt des  Rhein-Neckar-Kreises auch nochmals  auf das gesetzliche Rauchverbot im Wald  im Zeitraum vom 1. MĂ€rz bis 31. Okto-  ber hin. Die vorsĂ€tzliche oder fahrlĂ€ssige  Missachtung der Sperrung oder Verstö- ße gegen das Rauchverbot im Wald sind  ordnungswidrig und mit erheblichen  Bußgeldern belegt. Das Kreisforstamt  des Rhein-Neckar-Kreises bittet um Ein- haltung der Sperrung und ruft dazu auf,  entdeckte Feuer umgehend per Notruf  der Feuerwehr oder der Rettungsleitstelle  unter der Notfallnummer 112 zu melden.


Sperrung der Grillstellen in der Rheinebene (Rhein-Neckar- Kreis) infolge akuter Waldbrandgefahr Hiermit ergeht von Amtes wegen auf Grundlage des § 38 Abs. 1 S.  1 und 3 Landeswaldgesetz (LWaldG) die folgende AllgemeinverfĂŒgung I. Im Rhein-Neckar-Kreis wird in den HardtwĂ€ldern der Rheinebe- ne das Recht zum Betreten des Waldes bis auf Widerruf wie folgt  eingeschrĂ€nkt: 1. Die Nutzung vorhandener Feuer- und Grillstellen im Wald  einschließlich mitgebrachter Grills ist untersagt. 2. Die sofortige Vollziehung dieser AllgemeinverfĂŒgung wird  angeordnet. II. Der vorsĂ€tzliche oder fahrlĂ€ssige Verstoß gegen die vorstehende  AllgemeinverfĂŒgung ist gem. § 83 Abs. 3 LWaldG als Ordnungs- widrigkeit mit einer Geldstrafe bewehrt. Diese kann bis zu 2.500 €,  in besonders schweren FĂ€llen bis zu 10.000 € betragen. III. Diese AllgemeinverfĂŒgung wird gemĂ€ĂŸ § 41 Abs. 4 Landesver- waltungsverfahrensgesetz (LVwVfG) durch öffentliche Bekannt- machung verkĂŒndet und tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung  in Kraft. BegrĂŒndung Die untere Forstbehörde des Rhein-Neckar-Kreises ist gem. § 38  Abs. 1 i.V.m. §§ 62 Nr. 3, 64 Abs. 1 LWaldG zustĂ€ndige Behörde fĂŒr  die Anordnung sowie den Widerruf einer forstrechtlichen Sper- rung nach § 38 Abs. 1 LWaldG. Im Rhein-Neckar-Kreis besteht aufgrund der lang anhaltenden  Trockenheit und extremen Hitze derzeit eine hohe Waldbrandge- fahr. Daher ist auf das EntzĂŒnden und Unterhalten von Feuer an  den eingerichteten Feuerstellen und GrillplĂ€tzen in den WĂ€ldern  der Rheinebene ab sofort zu verzichten. Die Nutzung mitgebrachter Grills sowie offene Feuer im Wald oder  in einem Abstand von weniger als 100 Meter vom Wald sind gemĂ€ĂŸ  § 41 Abs. 1 LWaldG ohnehin nicht gestattet. Die untere Forstbehörde bittet ferner eindringlich darum, das vom  1. MĂ€rz bis 31. Oktober geltende Rauchverbot im Wald strikt zu  beachten. Das Rauch- und Grillverbot wird in den nĂ€chsten Tagen verstĂ€rkt  ĂŒberwacht. Da die Waldbrandgefahr zuletzt gestiegen ist und auch in den  kommenden Tagen voraussichtlich weiter anhalten wird, wird  gemĂ€ĂŸ § 80 Abs. 2 S. 1 Nr. 4 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO)  die sofortige Vollziehung dieser AllgemeinverfĂŒgung im öffentli- chen Interesse angeordnet. Rechtsbehelfsbelehrung Gegen diese AllgemeinverfĂŒgung kann innerhalb eines Monats  nach ihrer Bekanntgabe Widerspruch bei der unteren Forstbehör- de des Rhein-Neckar-Kreises, Langenbachweg 9, 69151 Neckarge- mĂŒnd erhoben werden. Aufgrund der Anordnung der sofortigen Vollziehung haben  Widerspruch und Klage gegen diese AllgemeinverfĂŒgung keine  aufschiebende Wirkung (§ 80 Abs. 2 S. 1 Nr. 4 VwGO). Dies  bedeutet, dass diese AllgemeinverfĂŒgung auch dann zu befolgen  ist, wenn sie mit Widerspruch und/oder Klage angegriffen wird. Die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs kann auf Antrag  durch das Verwaltungsgericht Karlsruhe, Nördliche Hildaprome- nade 1, 76133 Karlsruhe wiederhergestellt werden.