CDU Stadtverband Walldorf

Zur Unterschutzstellung der Storchenwiese

Gemeinderat beschließt Einleitung eines Satzungsverfahrens

Artikel in der Walldorfer Rundschau 2022 Nr. 21 Seite 11.

Die Walldorfer Rundschau 2022 Nr. 21Die Walldorfer Rundschau 2022 Nr. 21

Der Gemeinderat hatte in der öffent- lichen Sitzung am 10. Mai ĂŒber die  „Einleitung eines Satzungsverfahrens  zur Festsetzung geschĂŒtzter Land- schaftsbestandteile nach § 29 Bundes- naturschutzgesetz fĂŒr die im Lageplan  nach Anlage 3 bezeichnete FlĂ€che“ zu  beschließen. Bei der FlĂ€che handelt  es sich um die Storchenwiese. Hinter- grund ist ein Beschluss des Gemeinde- rats am 7.11.2019, nach dem die Stadt  einen Antrag auf Unterschutzstellung  der Storchenwiese als Naturschutzge- biet beim RegierungsprĂ€sidium Karls- ruhe gestellt hatte. Im Mai 2020 wurde der Stadt die Absage  dieses Antrags vom RegierungsprĂ€sidi- um mitgeteilt. Zur BegrĂŒndung wurde  angegeben, dass die 12 Hektar umfas- sende Storchenwiese zwar „eine sehr  interessante FlĂ€che“ sei, jedoch keine  hochwertigen Strukturen oder Biotope  enthĂ€lt. Man sehe jedoch noch „deutli- ches Potential zur Weiterentwicklung“.  Das RegierungsprĂ€sidium zeigte der  Stadt Walldorf zwei Alternativen zur  Ausweisung als Naturschutzgebiet auf.  Eine davon war die zu beschließen- de Ausweisung als geschĂŒtzter Land- schaftsbestandteil mit Schwerpunkt Bio- topschutz/Biotopentwicklung. Die Satzung könne mindestens den  Fortbestand der Wiesenvegetation si- chern und ein Umbruchverbot durch- setzen. „Ich denke, damit kann man die Stor- chenwiese schĂŒtzen, aber gleichzeitig  auch aufwerten“, sagte BĂŒrgermeister  Matthias Renschler in der Sitzung. „Wir sind hier nicht am Ende, sondern  am Anfang des Verfahrens“, schickte  Klaus Brecht, Fachbereichsleiter Ord- nung und Umwelt, seinen ErlĂ€uterun- gen zu dem Thema voraus. Stadtrat Mathias PĂŒtz verdeutlichte, dass  die Storchenwiese fĂŒr die CDU-Fraktion  einen wichtigen und identitĂ€tsstiften- den Naturraum in Walldorf darstelle.  Es mĂŒsse das Ziel sein, „möglichst vie- le FlĂ€chen unter einen möglichst hohen   Schutzgrad zu stellen“. Die EinschĂ€tzung  der CDU zur Kommunikation mit dem  RegierungsprĂ€sidium hinsichtlich eines  Naturschutzgebietes weiche aber von der  Stadtverwaltung ab, so PĂŒtz. Man sollte  das Verfahren zum Naturschutzgebiet  gemĂ€ĂŸ des vormaligen Gemeinderats- beschlusses weiter aufrechterhalten, pa- rallel zum beschließenden Satzungsver- fahren und unabhĂ€ngig, ob und wann es  abgeschlossen sein wird. FĂŒr StadtrĂ€tin Petra Wahl (SPD) sei das  Areal Storchenwiese zweifelsohne ein  wertvolles Gebiet fĂŒr den Naturschutz.  Man könne das mit der kommunalen  Satzung rechtsverbindlich verankern  und wenigstens den Fortbestand der  Wiesenvegetation sichern. Damit könne  kurzfristig eine Übergangslösung ge- schaffen werden. „Dem Storch geht es gut bei uns in Wall- dorf “, so Stadtrat Maximilian Himber- ger (BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen). Im Na- turschutz sei es sehr wichtig, nicht nur  kleinrĂ€umige, lokale Vorkommen zu  betrachten, „sondern das Vorkommen  auf großen Maßstabsebenen und des- sen zeitliche Entwicklung in den Blick  zu nehmen“, so Maximilian Himberger.  Der Weißstorch sei in der Region mit   grĂ¶ĂŸeren Vorkommen vorhanden. In  anderen Regionen wie dem Kraichgau  oder Stuttgarter Raum gebe es aber fast  keine mehr. Darin sieht Himberger eine  besondere Verantwortung, die Lebens- rĂ€ume diese Vogelart zu erhalten. Auch  andere Vogelarten wĂŒrden von einem  nachhaltig angelegten Schutzgebiert auf  der Storchenwiese profitieren, ebenso  wie seltene Pflanzenarten oder Schmet- terlinge. StadtrĂ€tin Paula Glogowski (FDP) be- richtete von einer Begehung der Stor- chenwiese mit dem NABU, bei dem  erlĂ€utert wurde, dass nicht nur Störche,  sondern auch andere Zugvögel in dem  Areal Rast machen. DarĂŒber hinaus sei  die Wiese Heimat fĂŒr unzĂ€hlige Pflan- zen und Tiere geworden. Dieses außer- gewöhnliche Gebiet konnte laut Paula  Glogowski nur durch die fachmĂ€nnische  Begleitung durch den NABU ermöglicht  werden, sowie durch die Bevölkerung,  welche die Pflanzen und Tiere dort res- pektiere. Die Lösung mit der Einleitung  des Satzungsverfahrens nach Paragraf  29 Bundesnaturschutzgesetz finde die  FDP-Fraktion sehr begrĂŒĂŸenswert. Der Gemeinderat stimmte einstimmig  fĂŒr die Beschlussvorlage.