CDU Stadtverband Walldorf

Unser Wald: Forst- und Betriebsplan

Stellungnahme der CDU-Fraktion

Borkenkäfer, die Maikäfer, später die Neophyten, jetzt ist es der Klimawandel. Dass es wärmer und trockener wird ist meßbar, was aber auch stark durch die immer schmaleren Luftschneisen in unserer Nachbarschaft entlang der Bergstraße bedingt ist. Fast hat man den Eindruck, dass uns unsere Nachbarkommunen im Osten einheizen wollen, indem sie immer neue Baugebiete ausweisen. Aber auch wir selbst bauen uns ja immer mehr zu und wundern uns, dass es heißer und trockener wird.

Fraktionsstellungnahme von Dr. Gerhard Baldes zum Wald - konkret zu Forst- und Betriebsplan. Portrait: Dr. Gerhard Baldes, Bild: Roter Bruch - Quelle: Wikipedia (CC0 1.0 Lizenz)Fraktionsstellungnahme von Dr. Gerhard Baldes zum Wald - konkret zu Forst- und Betriebsplan. Portrait: Dr. Gerhard Baldes, Bild: Roter Bruch - Quelle: Wikipedia (CC0 1.0 Lizenz)

Dadurch geht es aber auch allen Bäumen, speziell unseren Forlen und Buchen, schlechter und sie sterben immer sichtbarer ab. Hier reagiert der Forst zunehmend durch Abkehr von der traditionellen Forstwirtschaft, d.h. aus großflächigem Einschlag und entsprechen-der Anlage von neuen Kulturen. Erfolgversprechender scheint der kleinflächigere Unterbau mit mediterranen Arten zu sein, so dass eine Durchmischung auch im Höhenniveau stattfinden kann. Erfreulich zu sehen, wie sich die Anzahl dieser vor Wildverbiß geschützten Bäume stetig ausbreitet. Das kostet alles Geld, viel Geld das wir aber ausgeben, um letztlich einen Totalschaden zu verhindern. Sehr erfreulich ist, wie unser Revier-Förster Achim Freund berichtete, dass diese Bäume recht gut anwachsen und nur wenige Ausfälle zu verzeichnen sind - allerdings war 2025 die Hitze- und Trockenphase relativ kurz.

Sehr erfreulich sind aus unserer Sicht deshalb auch die Wiederaufforstungsmaßnahmen im Roter Bruch. Auf 2,4 Hektar werden 17.000 Bäume und 300 Sträucher neu angepflanzt und damit wird eine Vision von AltBGM Merklinger und Gunter Glasbrenner so langsam wahr, dass sich das Hochholz mit dem Reilinger Eck vernetzt. Auch ich selbst durfte diesen Weg fast von Anfang an begleiten und ich bin immer noch überzeugt, dass er richtig ist. Das „Roter Bruch“ hat sich mittlerweile zu einem jungen vitalen Wald entwickelt, eigentlich zum schönsten auf unserer Gemarkung. Wir gehen davon aus, dass wir das „Roter Bruch“ schwerpunktmäßig bei der nächsten Waldbegehung besichtigen werden. 

Gerne würden wir in diesem Zusammenhang eine Idee des Nabu aufgreifen und uns die alten Entwässerungsgräben auf Roter Seite ansehen. Immer noch ist der „Roter Bruch“ feuchter und „kälter“ und hat das Potential unser Mikroklima günstig zu beeinflussen. Ein noch größeres Potential schlummert ja im Osten in den „Walldorfer Wiesen“ - Stichwort „Renaturierung“, eine Idee, die es wert ist, genauer darüber nachzudenken. Wer sehen will, was sich daraus entwickeln kann, sollte sich die Gräben und Randgebiete des Golfplatzes in Rot/St.Leon mal genauer ansehen.

Eine weitere gute Idee vom Nabu, mit Sicherheit einfacher umsetzbar, ist eine Radstrecke rund um Walldorf. Hier könnte man lohnende Ziele, wie die Waldweide, den Totholzgarten & das Waldklassenzimmer, anfahren. Projekte, die für uns auch sehr wichtig sind. 

Auch die Waldpädagogik möchte ich lobend erwähnen - gerade diese Arbeit ist besonders wertvoll, denn wir schützen, was wir lieben. Wenn unsere Kinder lernen, wie mühsam und gefährlich es ist, von einem winzigen Sämling zu einem Baum zu wachsen und wie lange das dauert, werden sie hoffentlich auch die sozialen Medien richtig einschätzen lernen.  

Da der Schwerpunkt meiner Stellungnahme diesmal aber den Fokus auf Hitze und Trockenheit gelegt hat, möchte ich diese wichtige, gute Arbeit zwar lobend erwähnen, aber nicht detaillierter darauf eingehen.

Wie eingangs bereits erwähnt, stimmen wir dem Forst- und Betriebsplan 2025 zu.