Trotz Frust die Kirche im Dorf lassen

Offener Brief an Frau Dr. Schröder-Ritzrau

18.03.2021, 13:42 Uhr | Dr. Clemens Kriesel

Bei allem Verständnis für das schlechte SPD-Ergebnis und für den persönlichen Frust, nicht in den Landtag einziehen zu können, Sie sollten doch die Kirche im Dorf lassen.
In der RNZ vom 15.03.2021 werden Sie folgendermaßen zitiert: „Wir haben in den letzten Jahren viel Stillstand erlebt, das ist nicht hinnehmbar.“

Keine der vier Parteien im Gemeinderat kann erwarten, dass zu jeder Zeit alle ihre Wünsche umgesetzt werden. In der Politik sind immer Kompromisse erforderlich. Mit diesem Grundsatz muss sich auch die SPD abfinden. Wenn es nicht nach dem Kopf der SPD geht, von Stillstand zu sprechen, ist sehr verwegen.
Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl von 2018 mit einer überdeutlichen Zustimmung für die Amtsinhaberin Christinane Staab zeigt, dass die SPD die Bürgermeinung wohl nicht zu akzeptieren vermag. Oder ärgert es im Nachhinein, 2000 den falschen SPD-Bürgermeisterkandidaten aufgestellt zu haben?
Ich bin der Meinung:  Wer von Stillstand in Walldorf redet, leidet unter Realitätsverlust! Sie vergessen offenbar, dass in Walldorf viele Menschen für unsere tollen Errungenschaften einstehen und sich tagtäglich in Walldorf für Walldorf einsetzen. Gemeinsam haben Rathaus, Ehrenamtliche, Wohltäter, Gemeinderat und Bürgermeisterin echt wahnsinnig viel in den letzten Jahren bewegt.
Denken Sie an das Fair-trade-Siegel, das wieder errungen wurde. Denken Sie an neue Kindergärten, moderne, saubere Schulen, moderne Heizanlagen, sanierte Wohnungen im sozialen Wohnungsbau. Denken Sie an Umweltförderprogramme und Wirtschaftsförderprogramme; neue Baugebiete, Ärztehaus etc. Und dann denken Sie an die großartige spendenfinanzierte Einrichtung „Haus am Kreisel“ mit der Tafel, Plattform und Kleiderstube.
Keiner, der nur einmal an einem Neujahrsempfang der Stadt oder einem Ehrungsabend in den letzten Jahren teilgenommen hat, kann von Stillstand sprechen. Walldorf ist hochdynamisch. Walldorf ist weltoffen. Walldorf ist klimafreundlich. Walldorf ist modern. Und Walldorf ist ganz schön fair.
 
Weiterhin möchte ich klarstellen, dass die CDU Walldorf hinter der Verwaltung steht und den Menschen ganz herzlich dankt, die im Rathaus die letzten Jahre super gearbeitet haben. Auch fördert und unterstützt die CDU das Ehrenamt, wo es nur geht. Den Ehrenamtlichen kann gar nicht genug für ihr Engagement gedankt werden.

Trotz allen Frusts: Sie sollten es eigentlich besser wissen, denn Sie haben in der Vergangenheit auch mitgearbeitet und dabei Gutes für die Stadt veranlasst.
Natürlich erkennt die CDU, dass in Walldorf auch punktuell Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. In der Kommunalpolitik ist es unsere Aufgabe, in guter Sacharbeit diese zu adressieren, zu analysieren und gemeinsam Lösungen zu finden. Und wir in der CDU jedenfalls wollen das auch weiterhin so tun.
 
Mit freundlichen Grüßen
Clemens Kriesel