Bitte lesen Sie die Stellungnahme zum Straßenbau der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

ein Kommentar von Clemens Kriesel

Stau auf der Umgehungsstraße (2017) | Foto: Dr. Clemens Kriesel
Stau auf der Umgehungsstraße (2017) | Foto: Dr. Clemens Kriesel
Walldorf hat ein gewaltiges Pendleraufkommen. Stundenlang stehen die Autos in kilometerlangen Staus, um zur Arbeit und wieder zurück zu kommen. Natürlich ist es sinnvoll, den ÖPNV zu stärken, Mitfahr-Apps zu fördern und PKWs mit mehreren Leuten zu besetzen. Aber das wird ja schon seit Jahren gefordert und gefördert.

Leider ändert das nichts daran, dass es einfach für jedes Individuum viel bequemer, spontaner und einfacher ist, alleine im PKW zur Arbeit zu fahren. In Zeiten von Corona nimmt zwar die Anzahl der Pendler ab und es wird mehr von zu Hause gearbeitet, der ÖPNV wird aber auch unattraktiver, da hier das Ansteckungsrisiko wesentlich höher ist als im privaten PKW. 

Die CDU sieht all diese Gegebenheiten und möchte, dass Walldorf weiterhin ein attraktiver Standort für Unternehmen bleibt. Deshalb müssen irgendwie die Arbeitnehmer hier hin und wieder zurück kommen. Wir wollen sie nicht gängeln, ein Verkehrsmittel zu nutzen, dass sie nicht nutzen wollen oder nutzen können. Und wir wollen, dass sie nicht täglich stundenlang im Stau stehen müssen. Auch sollen die Walldorfer Bürger wegen des hohen Pendleraufkommens nicht lange im Stau stehen, obwohl sie nur einen kurzen Einkauf in Wiesloch tätigen wollen.
Deshalb setzt sich die CDU Walldorf auch für bessere, direktere Anbindungen an die Autobahnen ein. 
Leider sehen das andere Parteien nicht so. Deshalb möchten wir Sie explizit bitten, den Artikel von Hans Wölz von der Fraktion Bündnis90 / Die Grünen in der letzten Walldorfer Rundschau genau zu lesen. Das Motto, unter dem dieser Artikel steht ist die Prognose: „Wer Straßen baut, wird neuen, zusätzlichen Straßenverkehr ernten.“ Das mag auch tatsächlich der Fall sein. Das trifft aber auf jegliche Infrastruktur zu. Ohne Straßen hätte man auch keinen Verkehr und keine Arbeitsplätze, es gäbe wohl auch kaum Menschen in einem solchen Ort ohne Infrastruktur. Jedoch wäre die CO2 Bilanz exzellent. 
Die Grünen denken, die Leute wären auf das Auto „dressiert“. Wir denken, die Leute nutzen das Verkehrsmittel, was ihnen in ihrer individuellen Situation am sinnvollsten erscheint. Und ein Auto ist nun mal sehr individuell. Man kann losfahren, wann man will, ist in seiner Zeitplanung nicht von Anderen abhängig und häufig ist man auch noch schneller. Scheinbar ist der Stau also von den Grünen gewünscht, damit der ÖPNV im Vergleich nicht so langsam erscheint und die Leute „umerzogen“ werden. Ein Umstieg auf ÖPNV und alternative Verkehrsmittel aus eigenem Antrieb ist ja wünschenswert aber den Verkehrskollaps zu bejahen, damit die Leute umdenken, ist ein starkes Stück! 
Die Grünen möchten also keinen neuen Straßenbau in Walldorf und nennen die Straßenpläne „nicht faktenbasiert“ wo doch im gleichen Artikel Bilder von langen Staus abgebildet sind und die Staus um Walldorf vor der Corona-Krise beklagt wurde. Ich sage da: Der Fakt ist augenscheinlich! Der Verkehrskollaps ist längst schon passiert! Gerade im Moment ist der Verkehr durch die Corona-Krise halbwegs erträglich geworden. Das wird aber nicht anhalten. Selbst bei Elektro- und Wasserstoffautos werden Straßen weiterhin benötigt. Jetzt noch auf Zeit zu spielen, auf Alternativen zu warten, die schon seit 10 Jahren nur mäßig funktionieren und weitere Infrastruktur zu verhindern ist eine Schwächung des Standortes Walldorf und es ist eine mutwillige Behinderung der Mobilität der Walldorfer Bürger. 
Deshalb: Lesen Sie den Artikel der Grünen. Denken Sie darüber nach, was das bedeutet. Und machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Beurteilen Sie selbst, was Ihrer Meinung nach sinnvoll für Walldorf ist. 
 

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