Ausbau des Straßennetzes rund um Walldorf

Stellungnahme der CDU_Fraktion

Die bisherige Planung sieht nun lediglich einen „Bypass“ von Süden her in Richtung SAP-Campus und St. Leon-Rot vor.... Trotz unserer berechtigten Hoffnungen und Erwartungen an den Mobilitätspakt fühlen wir uns von der Landesebene alleine gelassen... Wir von der CDU-Fraktion sehen uns als treibende Kraft bei einer vorausschauenden Verkehrspolitik.

In der vorletzten Woche wurde in der Rhein-Neckar-Zeitung über den Ausbau der A5 berichtet. Da der Autobahnausbau für die verantwortlichen Stellen bei Bund und Land Vorrang besitzt, werden etliche Probleme der Verkehrsinfrastruktur ins nachgeordnete Netz verlagert. Für uns als CDU-Fraktion ist nachvollziehbar, dass eine Autoschnellstraße wie die A5 reibungslos und möglichst unfallfrei funktionieren muss. Dementsprechend müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass unser großer Wunsch nach einer zusätzlichen Auf- und Abfahrt nicht erfüllt werden kann. Die bisherige Planung sieht nun lediglich einen „Bypass“ von Süden her in Richtung SAP-Campus und St. Leon-Rot vor.
Die Verantwortung für das nachgeordnete Netz sehen wir gleichwohl an erster Stelle beim Land Baden-Württemberg. In den vergangenen 20 Jahren hat es die Verkehrsverwaltung nicht geschafft, die L723 als wichtige Verbindung zwischen unserem Gewerbegebiet und dem Autobahnanschluss in Rauenberg einer umfassenden Ausbauplanung zu unterziehen, geschweige denn mit der entsprechend notwendigen Baumaßnahme zu beginnen. Im Rahmen des ebenfalls für Walldorfer Belange wichtigen Hochwasserschutzes im Kreuzungsbereiches mit der B3 liegen die Planungen sogar auf Eis, obwohl absehbar ist, dass die entsprechenden Schutzmaßnahmen bereits in überschaubarer Zeit abgeschlossen sein werden. Hier wünschen und fordern wir mehr gestalterische Tatkraft!
Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und dem zwischenzeitlichen Trend zum Homeoffice hatte der Automobile Verkehr in und um Walldorf deutlich abgenommen, was nicht nur augenscheinlich, sondern auch ganz objektiv zu weniger Stau, Lärm, Stress und auch zu besserer Luft geführt hat. In jüngster Zeit zeigt sich aber, dass es so nicht bleiben wird und die Zeit des Aufatmens auch ganz schnell vorbei sein könnte.
In der Tendenz wird der Autoverkehr mindestens das Niveau der vergangenen Jahre erreichen und vorausschauendes politisches Handeln muss über das aktuelle Infektionsgeschehen und seine Begleiterscheinungen hinausgehen. Gerade und selbstverständlich bei Projekten der Verkehrsinfrastruktur.
Trotz unserer berechtigten Hoffnungen und Erwartungen an den Mobilitätspakt fühlen wir uns von der Landesebene alleine gelassen. Unabhängig von der Art des Antriebes sind wir als bedeutender Wirtschaftsstandort sowohl beim Individual- als auch beim öffentlichen Verkehr auf ein leistungsfähiges Straßennetz angewiesen. Eine funktionierende Anbindung an die A5 trägt mehr zur Entspannung der Verkehrsproblematik bei, als alle anderen Vorhaben im Bereich PKW-, Bahn- oder Fahrradinfrastruktur. Insofern würde die geplante Querspange von Norden her auch zu einer Entschärfung der Verkehrsgefahr auf der Autobahn führen. Die Aufnahme dieser Maßnahme in den Generalverkerswegeplan des Landes ist für uns unbenommen einer zukünftigen Realisierung ein wichtiges Anliegen, das wir  bei den übergeordneten Stellen einfordern wollen. Dafür werben wir um Unterstützung.
Wir von der CDU-Fraktion sahen und sehen uns als treibende Kraft bei einer vorausschauenden Verkehrspolitik. So war es bereits beim Ausbau der heutigen Südumgehung, die Walldorf auf eigene Kosten gestemmt hat. Unserer Meinung erzeugen nicht die Straßen - wie immer kolportiert wird - neuen Verkehr, sondern nur der Bedarf. Wir können uns nicht vorstellen, wohin uns eine andere Betrachtungsweise führen würde. Unideologisch und pragmatisch müssen wir uns als Gemeinderat und Stadtverwaltung den Herausforderungen der Verkehrspolitik stellen.

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