Feuerwehrstandort

Stellungnahme der CDU-Fraktion

Die heutige Entscheidung des Gemeinderates für den Standort eines neuen Feuerwehrhauses ist ein Meilenstein in der städtebaulichen Entwicklung Walldorfs, noch mehr aber für unsere Feuerwehr, ihre unmittelbaren Bedürfnisse an moderner Funktionalität und räumlichen Kapazitäten.

Einerseits wird es höchste Zeit für ein Votum in dieser Frage. Die Notwendigkeit eines neuen Feuerwehrhauses und die Länge der kommunalpolitischen Standortdebatte machen den heutigen Entschluss überfällig. Natürlich ist die Frage eines solchen Bauprojektes zurecht mit eingehenden Überlegungen und etlichen Abwägungen verbunden; und natürlich gehen damit mehrere Jahre ins Land. Auf der Suche nach einem mehrheits- und / oder kompromissfähigen Standort auf unserer mittlerweile stark verdichteten Gemarkung sind wir allerdings an einem Punkt angelangt, an dem nicht nur die Belange unserer Wehr, sondern auch die gemeinderätliche Auseinandersetzung darüber keinen Aufschub mehr vertragen. Nicht zuletzt war das Thema Feuerwehrhaus auch schon Teil mehrerer Wahlprogramme. Nach vielen Sitzungen in den letzten neun Jahren, darunter vier Klausurtagungen auch zu diesem Thema, müssen wir nunmehr die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit unseres Gremiums beweisen. Zum Einen wegen der Standortfrage, zum anderen auch wegen anderer wichtiger Projekte, die sich politisch und räumlich daran anschließen. Exemplarisch genannt sei nur die dringend benötige Senioreneinrichtung. Thematisch durchschlagen wir mit dem heutigen Beschluss einen Knoten.

Die CDU-Fraktion bekennt sich rückblickend bei der Standortauswahl zum angewandten Ausschlussprinzip. Räumliche Zwänge und die zeitliche Umsetzbarkeit des Vorhabens haben dies erfordert. Aus gutem Grund haben wir uns in der allerletzten Entscheidung nicht vorab festgelegt. Die beiden heute zur Abstimmung stehenden Standortvarianten, vorbehaltlich des Ausschlusses des Geländes Reinhard/Klee, erfüllen beide wesentliche Kriterien für eine Umsetzung. In der Abwägung haben wir fraktionsintern ausführlich über Vor- und Nachteile beider Standorte diskutiert. Die umfassende Untersuchung und Beleuchtung etlicher Faktoren im Diskurs der letzten Wochen und Monate hat eine fundierte Entscheidung dabei gestärkt.
Flächenversiegelung, städtebauliche Herausforderungen bzw. Beeinträchtigungen sowie stadtklimatische Einflüsse und Belange des Flächennutzungsplans stehen einer Ansiedelung im Gewann Heckenpfütz entgegen.
Votieren wir hingegen für die Lösung innerhalb des geplanten Bauabschnitts, büßen wir eine entsprechend große Fläche an Baugrundstücken ein.
Nachdem unser jahrelanges Anliegen die Umsetzung dieses Bauabschnitts von Walldorf Süd war und ist und wir die Schaffung von Wohnraum im privaten aber auch im öffentlichen Bereich ganz oben auf unserer kommunalpolitischen Agenda ansiedeln, werden wir mehrheitlich für den Standort im Gewann Heckenpfütz stimmen.
Diese Entscheidung treffen wir nach reiflicher Überlegung und sie fällt uns nicht leicht. Die Nachteile des Standortes innerhalb des Baugebietes, vor allem die 5000qm weniger als die bebaubaren Wohngrundstücken und die negative Wertentwicklung der dortigen Grundstücke sind dabei zugleich die Vorteile für die Variante im Heckenpfütz. Wir setzten damit auch auf eine städtebaulich ansprechende Lösung des Feuerwehrhauses wie auch auf eine verantwortungsbewusste und stringente Handhabung der sich anschließenden Gemeindebedarfsfläche im Sinne einer funktionalen, aber auch ästhetischen und vorausschauenden Stadtentwicklung.
Sofern diese Variante keine Mehrheit erhalten sollte, werden wir für die Variante innerhalb des Bauabschnittes stimmen. Diesen kommunalpolitischen Kompromiss nötigen uns die Sachargumente für diese Standortalternative und der unbedingte Wille zur endgültigen Entscheidung dieser Frage ab.
Unsere leistungsstarke und motivierte Feuerwehr verdient ein zeitgemäßes und ihren Fähigkeiten entsprechendes Gebäude sowie die vorübergehende Interimslösung, und zwar so schnell wie möglich. Das ist auch eine Form der Wertschätzung dieses wichtigen Ehrenamtes.

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