Stellungnahme zur Kriminalitätsentwicklung

Neues aus der Fraktion

Gerade nach den Vorfällen in der Halloweennacht im Vorjahr, die leider noch jedem  in  Erinnerung sind, stellte sich die Frage?  Wie wird sich wohl  die Kriminalität in der eigenen Kommune zum Vorjahr entwickelt haben?

Wie wir alle wissen haben Statistiken  in den meisten Fällen nur einen eingeschränkten Aussagewert. Die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS genannt) enthält die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten, einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche, die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen und eine Reihe weiterer Angaben zu Fällen, Opfern oder Tatverdächtigen.

Insgesamt gesehen haben  die Straftaten im Jahre 2017 in Baden-Württemberg um 4,8 %, in Walldorf um 2,91 %  abgenommen. Deutschlandweit hat die Zahl der Straftaten den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Einen Grund zur Entwarnung liegt aber bei leide nicht vor.

Erfreulich ist die Tatsache, dass die Aufklärungsquote um 4 % von 47,1 % auf 51,11 % anstieg.

Die polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) dient als Gradmesser der öffentlichen Sicherheit. Doch sie hat viele Schwächen – und erst auf lange Sicht zeigen sich Trends auf.

In einem Land, das über Messerattacken, gefährliche Orte und eine angebliche Verrohung der Gesellschaft diskutiert, sind Fakten über Straftaten viel wert. Stimmt die gefühlte Bedrohung  mit der Realität überein? Die PKS bildet diese Realität zwar nicht fehlerfrei ab, aber sie zählt die von der Polizei registrierten Straftaten und erhält deshalb viel Aufmerksamkeit. Obwohl Gewaltkriminalität nur einen kleinen Teil aller Straftaten ausmacht, bekommt sie jedes Jahr besondere Aufmerksamkeit.

Ohne auf alle Straftaten insgesamt einzugehen, haben sich Wohnungsaufbrüche zum Vorjahr von 51 auf 22 Fälle und die der Kraftfahrzeugaufbrüche von 41 auf 19 Fälle verringert. Dies stellt erfreulicher Weise mehr als eine Halbierung der aufgeführten Delikte dar.

Wie bekannt, sind Gemeinden, die über eine direkte Autobahnanbindung verfügen, häufiger   von den bekannten Delikten Wohnungseinbruch und Kraftfahrzeugaufbrüchen betroffen. Dazu zählt leider auch Walldorf. 

Gerade bei Wohnungsaufbrüchen werden die Opfer nicht nur materiell geschädigt, sondern erleiden  häufig an posttraumatischen Belastungsstörungen. Das Bewusstsein dass Täter in den Bereich der eigenen Wohnung eingedrungen sind, wird von vielen Opfern als sehr belastet wahrgenommen.

Auch die Stadt Walldorf will mit der Bezuschussung von Sicherungsmaßnahmen am Haus oder Wohnung (Türen und Fenster u.a.) einen Beitrag dazu leisten, den Tätern einen Einbruch so schwer als möglich zu machen. 

Der geringe Rückgang  an Rohheitsdelikten, der Fahrraddiebstähle sowie  Diebstahlsdelikten, fiel im Jahre 2017 um 85 Fälle bei einer Aufklärungsquote von 92,90 %,  die Zahl der Sachbeschädigungen um 6,67 %, wie der Rückgang der Straßenkriminalität, zeigt eine positive Richtung auf.

Leider mussten im Bereich der Vermögens-und Fälschungsdelikte (129 auf 158 Fälle),  (Waren-u. Warenkreditbetrug), als auch im Bereich der Rauschgiftkriminalität (von 56 auf 79 Fälle),  deutliche Zuwächse der Fallzahlen registriert werden. 

Mit der Ermittlung von 432 Tatverdächtigen konnten insgesamt 70 Personen mehr als im Vorjahr ermittelt werden.  Davon waren 28,2 % der Tatverdächtigen unter 21 Jahre. Der Anteil der nichtdeutschen TV  bei einem Bevölkerungsanteil von 16,82 % ging von 42 % auf 33,33 % zurück.

Insgesamt bleibt die Hoffnung auf eine weitere Verringerung der jährlichen Fallzahlen für das Jahr 2018. 

Unser Dank gilt Herrn Polizeioberrat Uwe Schrötel, den Beamten des PRev. Wiesloch und insbesondere den Beamten des Pp Walldorf für die gute und nicht gerade leichte tag-tägliche geleistete und nicht ungefährliche Arbeit.

Unsere Fraktion nimmt die Kriminalitätsentwicklung 2017 zur Kenntnis.

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