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30.09.2017, 09:13 Uhr
Stellungnahme der CDU Gemeinderatsfraktion:
Einzelhandelsentwicklung Nußloch

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, werte Kolleginnen und Kollegen,

mit der ablehnenden Stellungnahme des Doppelzentrums Wiesloch-Walldorf zur Einzelhandelsentwicklung in Nußloch positioniert sich der Walldorfer Gemeinderat in der Rolle des Vertreters der Walldorfer Wirtschafts- und Infrastrukturinteressen.

Mathias Pütz

Selbstverständlich erkennt dieses Gremium wie auch die Stadtverwaltung an, dass die Sicherung der Nahversorgung der Nusslocher Bevölkerung dort eine hohe Priorität genießt.

Würde das Regierungspräsidium keine Zielabweichung vom Integrationsgebot des einheitlichen Landesentwicklungsplans feststellen, wären wir in dieser Form ja gar nicht eingebunden.

Zur Einzelhandelsentwicklung insgesamt sowie der Reduzierung und Konzentration auf wenige Anbieter sowie auch zu innerörtlichen Perspektiven könnte hier viel gesagt werden. Gerade aus persönlicher Sicht liegt mir der verantwortungsbewusste Umgang mit derartigen Gewerbeansiedelungen besonders im Lebensmittelbereich sehr am Herzen.

Dies ist jedoch nicht das Kernanliegen des Doppelzentrums Wiesloch-Walldorf in dieser Stellungnahme. Ebenso wenig möchten wir Nußloch gegenüber belehrend oder gar unsolidarisch auftreten. Die Nusslocher Verwaltung und Gemeinderat lassen Ihr Konzept unzweifelhaft auf längeren Überlegungen fußen.

Da aber Schwellenwerte bei Konzentration und Großflächigkeit der geplanten Märkte überschritten werden, sehen wir auch als CDU-Fraktion entgegen des von Nußloch in Auftrag gegebenen Gutachtens auch den Walldorfer bzw. Wieslocher Einzelhandel als mit betroffen an. Insbesondere gilt dies für das Kundenpotential im Walldorfer Osten.

Außerdem wird unser Konzept der innerstädtischen Einbindung größerer Einzelhandelsstandorte infrage gestellt. Die Ansiedelung von Drogerie, Verbrauchermarkt und Discounter in Nähe zum Stadtkern hat sich rundum bewährt. Die Aufrechterhaltung der Einzelhandelsprägung trotzt gewissermaßen teilweise dem strukturellen Wandel und dem veränderten Kundenverhalten. Die Ansiedelung von großflächigen Märkten in Nußloch würde eine spürbare Beeinträchtigung unserer Einzelhandelsstandorte bedeuten. Zu dem umfangreichen und auch sehr informativen Gutachten für die Gemeinde Nussloch kann ich mir, da ich selbst im Lebensmittelhandwerk tätig bin, eine Bemerkung nicht verkneifen. Die Rede ist hier vom Bedarf an einem Zitat: "zeitgemäßen Lebensmitteldiscounter", dessen Ansiedelung unter "qualitativen Aspekten" erfolgen müsste. Meines Erachtens ist dies schon ein Widerspruch in sich. Lebensmittel sollten in unserer Gesellschaft nicht zur Discountware werden. Neben der Versorgung der Bevölkerung siedeln Kommunen auch Nachhaltigkeit bzw. Ressourcenschonung hoch auf ihrer Prioritätenliste an. Gerade im Lebensmittelbereich sollte Daseinsvorsorge zumindest gesamtgesellschaftlich betrachtet auch ein Entgegenwirken der Monopolisierung auf wenige Anbieter bedeuten, und nicht wie überall zu betrachten ist, ein indirektes Subventionieren durch die öffentliche Hand und Überfrachten des Angebotes im sogenannten Discountbereich. Wie sich dieses Segment weiterentwickelt, weiß wohl niemand, ausgestorbene Ortskerne wiederzubeleben wird jedoch schwer bis gar nicht gelingen. Soviel zum Allgemeinen.

Mit der ablehnenden Stellungnahme verbinden Wiesloch und Walldorf nicht nur die Ablehnung zu den konkreten Vorhaben in Nußloch sondern auch den Appell an die dortigen Verantwortungsträger, die von uns begründeten Argumente in die Konzeption einer zukunftsfähigen Nahversorgungsstrategie miteinzubeziehen. Die CDU-Fraktion stimmt der ablehnenden Stellungnahme des Doppelzentrums zu und lobt ausdrücklich den sachlichen und vermittelnden Stil der Verfasser.

Vielen Dank.

Für die CDU-Fraktion
Mathias Pütz

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